nie wieder angst

Ratgeber

Generalisierte Angststörung: Symptome, Ursachen und Behandlung

Aktualisiert am 22. Oktober 2026

Wer sich über viele Dinge ständig Sorgen macht und nicht abschalten kann, leidet möglicherweise unter einer generalisierten Angststörung. Hier erfährst du, woran man sie erkennt, wie sie entsteht und was hilft.

Was eine generalisierte Angststörung ist

Bei der generalisierten Angststörung (GAS) richtet sich die Angst nicht auf eine bestimmte Situation, sondern auf viele Lebensbereiche gleichzeitig: Gesundheit, Familie, Geld, Arbeit, die Zukunft. Die Sorgen sind dauerhaft, schwer zu kontrollieren und stehen in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr.

Typische Anzeichen

  • Anhaltende Sorgen und Befürchtungen, an den meisten Tagen
  • Innere Unruhe, Nervosität, das Gefühl, „auf dem Sprung“ zu sein
  • Muskelverspannungen, besonders in Nacken und Schultern
  • Konzentrationsprobleme, Gefühl von „Leere im Kopf“
  • Reizbarkeit und schnelle Erschöpfung
  • Ein- und Durchschlafprobleme

Die Beschwerden bestehen typischerweise über mehrere Monate. Die Diagnosekriterien nennen meist einen Zeitraum von etwa sechs Monaten. Die Diagnose stellt eine Ärztin, ein Arzt oder eine Psychotherapeutin.

Wann Sorgen normal sind und wann nicht

Sich Sorgen zu machen ist menschlich, etwa vor einer Prüfung oder bei Geldproblemen. Bei einer Angststörung sind die Sorgen dagegen ständig da, springen von Thema zu Thema, lassen sich kaum beeinflussen und belasten dich körperlich und im Alltag.

Wie sie entsteht

Es gibt nicht die eine Ursache. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen: eine gewisse Veranlagung, belastende Lebensphasen oder Dauerstress, frühere Erfahrungen und ein bestimmter Umgang mit Unsicherheit. Viele Betroffene können Ungewissheit schlecht aushalten und versuchen, durch Grübeln Sicherheit herzustellen. Das gelingt selten und hält die Sorgen am Laufen.

Was hilft

Psychotherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als gut wirksam. Du lernst, Sorgengedanken einzuordnen, Ungewissheit besser auszuhalten und Sorgenketten zu unterbrechen.

Medikamente

Bei starker Ausprägung können ärztlich verordnete Medikamente zusätzlich sinnvoll sein. Mehr dazu im Beitrag Angst behandeln.

Selbsthilfe: die feste Sorgenzeit

Eine bewährte Übung ist die Sorgenzeit. Du legst täglich etwa 15 Minuten zur gleichen Zeit fest, in denen du dich bewusst mit deinen Sorgen beschäftigst, am besten schriftlich. Tauchen Sorgen zu anderen Zeiten auf, notierst du kurz ein Stichwort und vertagst sie auf die Sorgenzeit. Mehr Strategien findest du im Beitrag Grübeln stoppen.

Entspannung und Bewegung

Regelmäßiger Sport und Verfahren wie die progressive Muskelentspannung können die körperliche Anspannung senken.

Wann du dir Hilfe holen solltest

Wenn die Sorgen über Wochen anhalten, dich im Alltag, im Beruf oder in Beziehungen einschränken oder du körperliche Beschwerden hast, sprich mit deiner Hausärztin oder einem Psychotherapeuten.

Hinweis: Dieser Text informiert und ersetzt keine Diagnose, Beratung oder Behandlung durch Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Bei akuter Gefahr, Suizidgedanken oder starken körperlichen Beschwerden: Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar und kostenlos: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichst du unter 116 117.

Das könnte dich auch interessieren

Quellen und weiterführende Informationen

  • AWMF: S3-Leitlinie „Behandlung von Angststörungen“ (Registernummer 051-028), awmf.org
  • Robert Koch-Institut: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)
  • Terminservicestelle und ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117.de
  • Telefonseelsorge: telefonseelsorge.de

Wie diese Seite arbeitet, steht unter Über diese Seite.