Gesundheitsangst: Wenn jedes Symptom Sorgen macht
Bei Gesundheitsangst steht die Sorge im Vordergrund, schwer krank zu sein, obwohl Ärztinnen und Ärzte nichts finden. Hier erfährst du, wie dieser Kreislauf funktioniert und was dir helfen kann.
Was Gesundheitsangst ist
Menschen mit Gesundheitsangst deuten harmlose Körpersignale wie ein Ziehen, einen Herzschlag oder einen Leberfleck als Zeichen einer ernsten Erkrankung. Die Sorge hält an, auch wenn Untersuchungen unauffällig sind. In der Fachsprache spricht man von Krankheitsangststörung oder Hypochondrie. Die Angst ist real und belastend, auch wenn keine Krankheit vorliegt.
Typische Verhaltensweisen
- Den Körper ständig absuchen oder abtasten
- Immer wieder im Internet nach Symptomen suchen
- Häufig Ärztinnen und Ärzte aufsuchen oder zwischen ihnen wechseln
- Familie oder Freunde immer wieder um Beruhigung bitten
- Arztbesuche und Informationen über Krankheiten vermeiden
Wie sich die Angst selbst verstärkt
Wer ständig auf den Körper achtet, nimmt mehr Signale wahr. Die Angst macht diese Signale stärker, und die Sorge wächst. Beruhigung durch Arzt oder Internet hilft nur kurz. Bald kommt der Zweifel zurück, und das Bedürfnis nach der nächsten Kontrolle entsteht. So hält sich der Kreislauf, ähnlich wie bei der Angst vor der Angst.
Was dir helfen kann
Rückversicherung reduzieren
Beschränke Internetrecherchen und Fragen an andere auf ein Minimum. Setze dir zum Beispiel feste Zeitfenster oder verzichte ganz darauf.
Körperchecks weglassen
Das ständige Abtasten und Beobachten schärft die Wahrnehmung. Versuche, Kontrollen schrittweise zu verringern.
Eine feste Anlaufstelle
Wähle eine Hausärztin oder einen Hausarzt, die dich kennen, statt häufig die Praxis zu wechseln. Vereinbare feste Termine statt spontaner Besuche bei jedem Symptom.
Unsicherheit aushalten lernen
Absolute Sicherheit gibt es nicht. Ein Ziel in der Therapie ist, mit Restunsicherheit zu leben, ohne ständig kontrollieren zu müssen.
Ernste Symptome nicht ignorieren
Auch Menschen mit Gesundheitsangst können krank werden. Neue, deutliche oder anhaltende Beschwerden solltest du ärztlich anschauen lassen und nicht einfach der Angst zuschreiben. Im Zweifel entscheidet das ärztliche Gespräch.
Professionelle Hilfe
Die kognitive Verhaltenstherapie ist bei Gesundheitsangst gut wirksam. Wie du einen Termin bekommst, steht im Beitrag Therapieplatz finden.
Hinweis: Dieser Text informiert und ersetzt keine Diagnose, Beratung oder Behandlung durch Ärztinnen, Ärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.
Bei akuter Gefahr, Suizidgedanken oder starken körperlichen Beschwerden: Notruf 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar und kostenlos: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichst du unter 116 117.
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Quellen und weiterführende Informationen
- AWMF: S3-Leitlinie „Behandlung von Angststörungen“ (Registernummer 051-028), awmf.org
- Robert Koch-Institut: Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)
- Terminservicestelle und ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117.de
- Telefonseelsorge: telefonseelsorge.de
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